Nasen sind überall. Sie sitzen in fast jedem Gesicht. Sie verbinden uns mit der Außenwelt und saugen Luft und Gerüche von außen in uns hinein. Manchmal sind sie groß, manchmal klein, manchmal krumm und manchmal spitz. Einige Nasen fallen gar nicht auf und andere Nasen ziehen jede Aufmerksamkeit auf sich. So oder so, sie sind ein wichtiger und oft unterschätzter Teil unseres Körpers und stets fest mit uns verbunden. 


Nur die Nase von Jasmin M. macht sich eines Tages selbstständig und hinterlässt eine vollkommen glatte Fläche in ihrem Gesicht. Als Jasmin den Schwund bemerkt, will sie sofort herausfinden, was passiert ist. Doch sie versteht die Welt nicht mehr, als sie plötzlich ihre eigene Nase durch die Stadt spazieren sieht, menschengroß. „Wie kann sie nur so tun, als hätte sie nie in meinem Gesicht gesessen? Als hätten wir nicht Jahr um Jahr zusammen verbracht?“

Wie fühlt es sich an, wenn uns Gewohntes verlässt und wir einer bloßen Idee des Vergangenen hinterherlaufen? Wann sollten wir festhalten und wann lohnt es sich loszulassen? „Die Nase“ - eine fantastische Erzählung über den Verlust des Altbekannten und Vertrauten.


Das Hörspiel „Die Nase“ basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Nikolai W. Gogol und wurde 2022 vom Theaterkollektiv edgarundallan im Rahmen eines Radiofeatures von Radio Tonkuhle zum Thema Verlust und Ghosting produziert.

gelesen von: Winnie Wilka
Musik und Sound: Robin Alberding
Produktion: Sira Möller, Jonas Sausmikat und Winnie Wilka

Design: Sira Möller

im Auftrag von: Radio Tonkuhle