​Familienschredder 2016 

Wir sind alle Teil einer FAMILIE, ob es die leibliche ist, oder die selbst gesuchte, ob man sie eng um sich schart oder versucht, sich ihr zu entziehen. Die FAMILIE ist die Keimzelle, in der alles beginnt und die kleinste Einheit gesellschaftlichen Zusammen- lebens. FAMILIE heißt Zugehörigkeitsgefühl, Vertrauen, Herkunft und Heimat, genauso aber auch Verpflichtungen, Kindheitstrauma, Ehrgefühle, Stolz.

Ist Blut wirklich dicker als Wasser? Wie werden wir was wir sind? Welche Modelle von Familie können wir denken? Was macht Familienfeste so nervenaufreibend? Wie wollen wir zu- sammenleben?

Der SCHREDDER ist ein Nachwuchstheaterformat, das jungen Nachwuchskünstler*innen eine Plattform zum Ausprobieren und Präsentieren innovativer Theaterästhetiken gibt. Vier Gruppen oder Einzelpersonen erhalten ein Produktionsbudget, Probenräume im Theaterhaus Hildesheim und dramaturgische Unterstützung. Nach fünf Tagen Probenzeit lädt jede Gruppe zu einem Einblick in ihre Arbeit (Betatest) ein, woraufhin eine zweite Proben- phase mit anschließender Premiere beim SCHREDDER-Finale folgt.

FAMILY SYNTHESIZER

oder die Möglichkeit für jene, die die Absicht haben eine neue Familie zu finden

Was passiert, wenn Menschen sich treffen, die sich zuvor nie – lediglich online – begegnet sind, um entgegen ihrem biologischen Familienkodex eine neue, eine andere Familie gründen zu wollen?

 

Der Family Synthesizer wurde programmiert, um Menschen jeglicher sozialer und kultureller Herkunft innerhalb einer Stunde zu einer Familie zusammenzufügen. Während das Publikum observiert, durchlaufen die werdenden Familienmitglieder auf der Bühne vielseitige Level zur Familienbildung, die ihre Gemeinschaftsfähigkeit und Selbstwirksamkeit auf die Probe stellen. Welche Regeln brauch es in einer Familie? Wer übernimmt welche Rollen? Wie sieht ein Familienritual aus? Wie können Konflikte ausgetragen werden? Mit dem Ziel – wenn alles gelingt – das erste gemeinsame Familienfest zu feiern. Die Probanden des Family Synthesizers sind Schauspiellaien, die sich tatsächlich das erste Mal auf der Bühne begegnen. Dafür werden neue Formen des Erzählens gefordert und ein neues Prinzip von Flüchtigkeit und gamifiziertem Theaterformat – nun ja - synthetisiert.

Das Motto des Family Synthesizers: „Anybody can be synthesized“! Mit logischen Operatoren werden ProbandInnen vorbereitet, mit komplexen Variablen der Family Synthesizer zum Leben erweckt. Logarithmen wurden berechnet um Level und Missionen exakt auf die Familienmitglieder anzupassen, damit fremde Menschen zu einer Familie werden können. Da kann sich auch mal ein Bug einschleichen...

Doch die Admins nehmen die Synthetisierung sehr ernst. Es geht nicht darum Gott zu spielen oder der biologischen Familie ihren Wert abzuerkennen. Vielmehr soll der Family Synthesizer auf die biologische Willkür anspielen und gleichzeitig ein Beweis sein, dass Blut eben nicht dicker sein muss als Wasser. Gruppenaktivitäten verbinden, Vertrauen und gemeinschaftliches Lachen ebenfalls und dadurch kann auch eine Familie entstehen. Der Family Synthesizer setzt sich also über kulturelle und soziale Herkünfte hinweg. Zudem kann man ihn gut transportieren und ihn an die Individualität eines jeden Menschen anpassen. Bei jeder Synthetisierung sorgen die Admins für Sicherheit und Schutz der Proband_Innen.

REGIE UND IDEE Sira Möller, Winnie Wilka 

PERFORMERINNEN Clarissa Heisterkamp, Inka Kreipe, Luzzy Peters

DRAMATURGIE Susanne Schuster

MENTORING Marleen Wolter

PRODUKTION Schredder Festival 2016

URHEBERRECHT FOTOS Veronika Knaus

DAUER 90 Minuten

SPRACHE deutsch

ALTER ohne Altersbeschränkung

© 2019 by edgarundallan

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